PHP API für Mailman und OpenSource Volleyball-Vereinsmanager MyVBC

Kennt Ihr Mailman? Bei meinem Hosting Provicer Cyon kann ich Mailman für Maillisten verwenden. Aktuell nur in der Version 2.1.20, leider. Warum leider? Dazu komme ich gleich. Gerne stelle ich euch aber zuerst meinen OpenSource Volleyball-Vereinsmanager MyVBC vor.

Für den Volleyball Verein in dem ich engagiert bin (VBC Langenthal) habe ich schon vor längerem eine PHP Web-Applikation geschrieben um die ganzen administrativen Angelegenheiten des Vereins zu regeln. Dies insbesondere, da ich länger als Chef-TK tätig war und mir das Leben während einer Volleyball Saison so einfach wie möglich machen wollte. Irgendwann habe ich dann diese Web-Applikation auf Github unter dem Namen MyVBC veröffentlicht. MyVBC basiert auf einem sehr einfach, auch selbst geschriebenen, PHP Framework. Auch das habe ich der OpenSource Community via Github zur Verfügung gestellt. Den beiden Projekten fehlt es bestimmt noch einiges an Dokumentation damit sie jedermann benutzen kann. Insbesondere ist/war mein PHP Framework sehr stark mit MyVBC gekoppelt und speziell dafür entwickelt worden. Ich habe es erst später herausgelöst und als eigenständige Library eingebunden. Für ein stabiles, flexibles und mächtiges PHP Framework, gibt es viele andere PHP-Frameworks die besser geeignet sind. Auch in MyVBC gibt es noch einige Sachen, die man schöner, flexibler und robuster machen könnte. Primär sind die beiden Projekte auf meinen Use-Case zugeschnitten. Wenn jemand daran Interesse hat, feel free to use. Forkt das Projekt, stellt fragen und beteiligt euch.

MyVBC bietet unter anderen:

  • Eine Mitgliederverwaltung (Stammdaten wie Anschrift/ Adresse und was dazu gehört)
  • Eine Teamverwaltung um zu erfassen, welche Teams wir haben und insbesondere, wer in welchen Teams spielt.
  • Eine Lizenzverwaltung, damit unsere Teamverantwortlichen die Volleyball Lizenzen bestellen können.
  • Eine Spielverwaltung, um einen Überblick über unsere Spiele zu haben. Die Spieldaten werden hierbei automatisch via Schnittstelle unseres Verbandes Swiss Volley Region Solothurn sowie Swiss Volley eingetragen.
  • Eine Schreiberverwaltung, um unseren Spielen, einfach und schnell einen Schreiber zuzuweisen inkl. automatische Benachrichtigung via SMS. (Im Volleyball müssen die Spiele protokoliert werden, dazu werden die Schreiber benötigt).
  • Eine Schlüssenverwaltung, um um unsere diversen Schlüssen den Personen zuzuordnen.
  • Diverse Reports um einfache Auswertungen zu machen.

Hier ein paar Screenshots:

Wenn Ihr MyVBC ausprobieren wollt, könnt ihr alles dazu via Github herunterladen. Ich habe vor kurzen auch einen Installer/Updater für die Datenbank geschrieben. Wenn jemand Interesse hat, oder Mühe hat beim Ausprobieren, setzt euch einfach mit mir in Verbindung. Gerne versuche ich zu helfen. Ee hat sicher noch viel Verbesserungspotential. Übrigens, MyVBC lässt sich auch via Openshift z.B. auf Appuio betreiben. Ich werde versuchen, mal dazu noch etwas zu dokumentieren.

Zurück zu Mailman, unser Verein hat eine Mailliste um alle aktiven Mitglieder zu erreichen. Was liegt als näher, als die Daten aus MyVBC zu verwenden? Leider hat Mailman in der 2.x Version keine brauchbare Schnittstelle. Deshalb habe ich dazu eine einfache PHP API geschrieben. Auch diese findet ihr auf Github. Die API mach HTTP Request auf die Mailman Admin Webseiten. Mit Hilfe von etwas HTTP Response und HTML Parsing kann ich so die Cookie Authentifizierung abgreifen, den CSRF-Token der Forms hohlen und damit via PHP API Interface Member in der Mailliste verwalten. Eine Anleitung dazu findet Ihr im README auf Github. Die PHP API habe ich nur mit Version 2.1.10 von Mailman getestet! Keine Garantie, dass es für alle Versionen geht. Insbesondere hängt die API stark von HTML Layout ab um auf die Daten zuzugreifen. Somit werden nun endlich die Mitglieder automatisch mit Mailman abgeglichen.

MagicMirror – Finalisierung

Gestern konnte ich endlich mein MagicMirror Projekt (zum Grössten Teil) abschliessen. Nach dem ersten Versuch mit Spionspiegel Folie, habe ich Alternativen gesucht. Dazu startete ich zwei Anfragen bei Glasereien. Eine davon wurde bis heute leider nicht beantwortet, bei der zweiten habe ich eine Offerte für ein Spionspiegel aus Glas erhalten. Leider wäre der Spiegel ca 300.- CHF teuer gewesen, 6mm Dick und ca 2.7 Kg schwer. Das ist mir erstens zu teuer und auch von den Massen unpassend. Dann bin ich auf einen Acrylglas-Spiegel 2W gestossen, den ich über die Firma Kunststoffpark bestellen konnte. Preis inkl. Mwst und Versand waren etwas über 90.- CHF. Diesen Acryglas-Spiegel 2W kann ich empfehlen, wenn jemand ein ähnliches Projekt machen will. Den Spiegel habe ich auch schnell erhalten und konnte dann endlich mein MagicMirror fertigstellen.

Damit ich das Display im Spiegel ein- und ausschalten kann, habe ich via Banggood ein 250V Relais bestellt, welches über die GPIO Schnittstelle des Raspberry Pi angesteuert wird. Auch das ist nach etwa 2 Wochen eingetroffen. Mit Python habe ich einen kleinen Daemon geschrieben, der das Relais ansteuert (via SIGUSR1 und SIGUSR2 Signals). Weiter habe ich eine MQTT Schnittstelle in den  Daemon eingebaut, damit ich das Display auch Remote ein- und ausschalten kann. Damit ist nun auch ein produktiver Einsatz von  Node-Red. welches ich früher schon Mal erwähnt habe, möglilch. Via Node-Red Dashboard habe ich ein einfaches Dashboard erstellt, um das Display An- und Auszuschalten. 

Aktuell steuere ich das Display über einen MQTT Channel smartmirror/command an den ich ein JSON sende. Z.B. {„screen“:“on“} um einzuschalten oder {„status“:“get“} um den Status abzufragen. Beim Status Command wird auf dem Channel smartmirror/status den aktuellen Status via JSON ausgesendet. Das geschieht auch automatisch bei jedem Statuswechsel (von on zu off oder umgekehrt). Vermutlich werde ich diese Schnittstelle aber noch umbauen, ich muss mich noch schlau machen, was hier die gängigen Standards sind um IOT Geräte via MQTT zu steuern. Vermutlich werde ich es so umbauen, dass es nur einen Channel smartmirror/display/power gibt. In den Channel wird dann eine einfache 0 oder 1 gesendet um die Stromzufuhr zum Display zu steuern. Der gleiche Channel kann auch für die Status-Response verwenden werden.

Was noch fehlt, ist ein kleiner Push-Button am MagicMirror, um das Display auch ohne Dashboard Ein-und Auszuschalten. Aktuell habe ich ein via Cronjob getriggertes Script am laufen, um das Display zeitgesteuert Ein- und Auszuschalten (in der Nacht sowie ab spätem Morgen bis spätem Nachmittag läuft das Display z.B. nicht).

MagicMirror mit Wort Uhr in Berndeutsch

Kennt Ihr Magic Mirrors? Es gibt dazu einige spannende Projekte. Ich selbst hatte Lust, mal so einen zu bauen. Wie genau das geht, erkläre hier aber nicht, dazu gibt es viele gute Anleitungen (z.B. hier) und schliesslich kann man das auch auf viele verschiedene Arten tun. Nur die paar wichtigsten Infos aus meinem Projekt.

  • Ich hatte noch ein altes Raspberry Pi rumliegen, dass ich dafür verwendet habe. Als Betriebssystem kommt Raspian zum Einsatz. Als Software für die Anzeige habe ich MagicMirror genommen. Da ich aber nur die erste Generation vom Raspberry habe, musste ich die Backend Komponente von MagicMirror in einem Docker Container auf meinem Synology NAS laufen lassen. Auf dem Raspberry läuft dann nur ein Browser im Fullscreen Modus.
  • In Magic Mirror sind bereits viele coole Module vorhanden. zwei davon möchte ich aber speziell erwählen:
  • Links oben werden bei mir die Trams von einer Haltestelle hier in Bern angezeigt. Die Daten dazu werden von https://transport.opendata.ch/  zur verfügung gestellt. Dazu verwenden ich ein MagicMIrror Modul von Beny habe es aber ein wenig an meine Bedürfnisse angepasst. Unter anderem habe ich eine Funktion eingefügt, welche Trams (oder Züge) rot einfärbt, wenn es nicht mehr erreicht werden kann, da der Fussweg zulange ist (die Dauer lässt sich natürlich konfigurieren)
  • Als zweites habe ich eine Wort Uhr erstellt, welche die aktuelle Uhrzeit in Berndeutsch ausgibt. Auch diese könnt ich bei mir auf Github herunterladen wenn ihr selbst damit spielen wollt.

Leider fehlt aber noch der Spiegel um das Projekt zu beenden. Mein erster Versuch mit einer Spiegelfolie war leider nicht erfolgreich. Der Spiegeleffekt ist zu klein, es kommt zu viel Licht vom Display hindurch. Ausserdem ist es auch fast nicht möglich, die Folie sauber auf ein Plexiglas oder normales Glas aufzuziehen. Ich habe jetzt verschiedene Anfragen für ein sog. Spionspiegel bei Glasereien und einem Kunststoffhersteller offen und hoffe somit dem MagicMirror bald fertig zu stellen. Hat jemand aus der Schweiz bereits Erfahrungen damit gesammelt? Ich freue mich auf Kommentare dazu.

Linksammlung: Coole Projekte #1

In dieser Kategorie von Beiträgen teile ich mit euch gerne ein paar coole Projekte, über die ich in der Vergangenheit gestolpert bin. Projekte die hier aufgelistet sind, habe ich häufig nur kurz angeschaut um einen ersten Eindruck zu erhalten. Erwartet hier also keines Falls ausführliche Berichte sondern eher eine loose Sammlung von Projekten die ich aus irgendeinem Grund spannend finde.

Heute sind es zwei aus dem Bereich Heim-Automatisierung & Internet of

openHAB http://www.openhab.org/

openHAB ist eine Open-Source Software basierte Heim-Automatisierungs Lösung welche mit vielen bekannten Produkten verwendet werden kann. Ich selbst habe hier leider nicht sehr viele „Smarte“ Geräte im Einsatz und kann deshalb openHAB nur beschränkt ausprobieren. Trotzdem habe ich einen kurzen Test gemacht und es bei mir installiert. Laufen tut openHAB bei mir auf meinem QNAP NAS. Die Installation war ohne Probleme und auch mit dem User-Interface von openHAB kommt man schnell klar. Ich konnte schnell meine LIFX Lampe und auch meine Kodi-Installation integrieren. Wenn ich mal mehr „Smarte“ Geräte habe, werde ich mich sicherlich noch weiter mit openHAB beschäftigen. Am besten macht ihr euch selbst ein Bild davon.

Node-RED https://nodered.org/

Node-Red gehört wohl eher in den Bereich Internet of Things und daher meiner Meinung nach auch in den Bereich Heim-Automtisierung. Darauf aufmerksam wurde ich durch die Youtube Videos von Andreas Spiess. Ein Auszug von deren Webseite beschreibt in kurzen Worten was Node-RED ist:

Node-RED is a programming tool for wiring together hardware devices, APIs and online services in new and interesting ways.

It provides a browser-based editor that makes it easy to wire together flows using the wide range of nodes in the palette that can be deployed to its runtime in a single-click.

Ich hab mal ein wenig darin herum geklickt und obschon ich nicht viel gemacht habe, gefällt mir das Konzept sehr. Sollte ich mal Zeit finden, mich etwas mehr mit IOT zu beschäftigen, werde ich dieses Projekt sicher noch genauer anschauen. Am schnellsten könnt ihr Node-RED wohl mit Docker ausprobieren.

10 Gbit/s auf OM1 Glasfaser (10GBASE-LRM)

Ein kurzen Erfahrungsbericht aus meinem IT-Alltag. Diese Woche musste ich zwei Gebäude an unserem Standort netzwerktechnisch verbinden. Leider stellte sich dabei heraus, dass die vorhandenen Glasfaser mehr als 300 m und weiter eine OM1 Faser ist. Da ich nicht so bewandert mit Glasfaser bin, musste ich mich erstmal schlau machen, was damit möglich ist. Geplant wäre eine 10Gbit/s Verbindung, mit OM1 Fasern sollen aber maximal 220m (10GBASE-LRM) möglich sein. Erschwerend kommt noch dazu, auf den ca. 300 Meter Kabel auch noch 4 Patchungen vorhanden sind. Ich habe es natürlich trotzdem versucht und mir SFP+ Module für 10GBase-LRM besorgt. An beiden Seiten kommt ein Switch von HP zum Einsatz und ich habe mich deshalb für diese SFP+ Module von SwissGBIC entschieden:

SFP+ 10GBase-LRM MultiMode 1310nm 220m DDM X132 / HP

Nachdem alles verbunden war, war ich gespannt ob es funktioniert. Und Tatsächlich, Link ist up und ich habe eine Verbindung über die 300m OM1 Faser mit 10Gbit/s! Momentan ist auf der Leitung noch nicht viel los, ich bin gespannt ob die Verbindung auch mit mehr Traffic stabil bleibt. Hat sonst jemand Erfahrung damit? Zur Sicherheit habe ich übrigens auch noch 1Gbit/s Module, diese Verbindung funktioniert natürlich auch einwandfrei.

Falls sich plötzlich doch noch herausstellt, dass die Verbindung instabil ist, muss ich prüfen, ob Singemode Fasern eingezogen werden sollen. Vorläufig aber mal der Versuch mit den 10Gbit/s, oder wenns doch nicht geht mit 1Gbit/s (von der Auslastung her sollte es locker reichen). Zudem werde ich noch eine zweite Leitung in Betrieb nehmen, also 2 x 10Gbit/s oder eben 2 x 1 Gbit/s.

Ubuntu 16.04 Installation auf einem Trekstor SurfTab wintron 7.0 – Teil 1

Die Migros hat aktuell ein Trekstor SurfTab wintron 7.0 für 39.90 (statt 59.90) im Angebot, da meine Arbeitskollegen sich so eines organisiert haben, habe ich auch gleich zugeschlagen. Auf dem SurfTab läuft ein Windows 8.1, ich habe aber nicht vor, es damit laufen zu lassen. Vielmehr soll eine Linux Variante auf das Tablet geladen werden. Vorläufig versuche ich es mal mit einem Ubuntu 16.04. Gerne zeige ich euch die Hürden und Tücken bei der Installation auf.

Das Tablet hat einem 64 bit Prozessor, offenbar kommt das Tablet aber nur mit einem 32-bit UEFI Bootloader zu recht, Ubuntu 16.04 64 Bit wird aber mit einem 64 Bit Bootloader ausgeliefert. Ihr müsst zuerst das Ubuntu ISO File auf einen USB-Stick schreiben. Dafür gibt es verschiedene Varianten. Zuerst versuchte ich es mit dem Ubuntu „Startmedienersteller“, allerdings konnte ich anschliessend den Stick nicht read+write mounten und konnte deshalb auch den neuen Bootloader nicht drauf kopieren. (-o remount,rw hat nicht funktioniert). Deshalb habe ich unetbootin gefunden und dieses benutzt um das Ubuntu ISO auf den USB Stick zu kopieren.

  • Zuerst den USB Stick neu formatieren, ich habe hier mal eine FAT32 Partition erstellt, da ich nicht sicher war, ob das Surftab von einer Ext4 Partition booten kann.
  • Die neue Partition mounten (wichtig! da sonst unetbootin meckert)
  • unetbootin starten, das ISO File auswählen. Als Typ USB-Laufwerk und dann euren Stick auswählen. Mit OK den Vorgang starten.

UNetbootin

Nun muss der 32-Bit UEFI Bootloader auf den Stick kopiert werden. Ich habe den hier verwendet. Den USB Stick mounten und die Datei in den Ordner „EFI/BOOT/“ kopieren.

Weiter müssen die Pakete „grub-efi-ia32“ und „grub-efi-ia32-bin“ auf dem USB Stick vorhanden sein. Während der Installation versucht Ubuntu diese Pakete zu installieren, allerdings sind diese nicht in dem ISO-File vorhanden. Die Files können einfach ins Root Verzeichnis des USB Sticks kopiert werden.

Anschliessend das Surftab vom USB Stick booten und wie gewohnt die Installation von Ubuntu starten. Am besten schliesst Ihr einen USB Hub an, mit einer Tastatur und Maus sowie einem WLAN Dongle (da die onboard WLAN Karte nicht erkannt wird).
Mit ESC kommt ins BIOS des Tablets, dort müsst Ihr die Bootreihenfolge ändern, damit vom USB Stick gebootet wird.

Damit habt Ihr mal Ubuntu Installiert und könnt davon booten. Nun funktionieren aber noch ein paar Sachen nicht. Diese versuche ich in einem zweiten Teil herauszufinden und werden dann wieder davon berichten.

Trekstore Surftab mit Ubuntu 16.04

Folgendes läuft z.B. nicht nach der Installation: internes WLAN, Touchscreen und wohl auch noch weiters.

von Owncloud zu Nextcloud

Nur ganz kurz, weil es so einfach war… Anlässlich dieses Tweets

habe ich heute mal die Migration von Owncloud zu Nextcloud getestet. Im Blog Beitrag von Novatrend wird auf diese Help Seite von Nextcloud verwiesen. Die Anleitung da habe ich dann auch befolgt:

  1. Backup Config (nur zur Sicherheit)
  2. Alles ausser dem Config und Data Ordner löschen
  3. Nextcloud herunterladen und entpacken
  4. Update via Webbrowser oder OCC starten

That’s it, hat bei mir auf Anhieb geklappt, ich musste einzig ein paar Custom Plugins wieder aktivieren. Data Order war in meiner Installation sowieso an einem anderen Ort und daher im Config File angepasst, deshalb musste ich den original Data Ordner auch nicht beachten.

Was ich allerdings noch nicht weiss, ob ich zukünftig auf Nextcloud oder Owncloud setzen soll? Was denkt Ihr? Meine zweite Owncloud Installation lasse ich mal vorläufig noch und berichte dann später Mal, wie ich mich da entschieden habe.

Let’s Encrypt mit Reverse Proxy

Ihr kennt sicher Let’s Encrypt? Für einen Web Server in meinem Betrieb habe ich kürzlich eine Domain mit einem Let’s Encrypt Zertifikat ausgestattet. Der Web Server läuft bei uns via ein NGINX Reverse Proxy welcher alle Anfragen an einen internen Server weiterleitet. Damit die Let’s Encrypt Zertifikate erstellt werden können, muss folgendes beachtet werden:

Während der Zertifikat Erstellung prüft Let’s Encrypt, dass uns die Domain wirklich gehört, indem diverse Files auf dem Web-Server abgelegt werden, welche dann von Let’s Encrypt abgerufen und geprüft werden. Für genaue Details schaut euch doch mal diesen Beitrag an. Die Let’s Encrypt Zertifikate sind bei uns auf dem Reverse Proxy abgelegt, Verbindung zum Backend Server ist dann über ein Self-Signed Zertifikat gesichert. Damit die Let’s Encrypt Validierung funktioniert, dürfen nicht alle Anfragen an den Backend Server weitergeleitet werden. Mit der folgenden NGINX Konfiguration konnte ich die Let’s Encrypt Zertifikate ausstellen:

server {
 listen ipv4_address:80;
 listen [ipv6_address]:80;
 server_name domainname.tld www.domainname.tld

location /.well-known {
 root /var/www/html;
 }


 location / {

rewrite ^ https://$server_name$request_uri? permanent;
 }
}

Man beachte die /.well-known Location Directive welche für Let’s Encrypt verwendet wird. Darin werden die zu prüfenden Files für Let’s Encrypt abgelegt. (Siehe Let’s Encrypt Dokumentation)

Das Zertifikat wird dann mit:

./letsencrypt-auto certonly --webroot -w /var/www/html -d domainame.tld -d www.domainname.tld

erstellt.

Let’s Encrypt bietet alternativ auch ein Standalone Mode an, dafür muss aber kurzzeitig der bestehende NGINX Reverse Proxy gestoppt werden (deshalb habe ich das bei uns nicht so gelöst)

AVM FRITZBOX 5490 und Fiber7

Seit dem bei mir zuhause Fiber7 läuft, hatte ich in meinem Home-Network einen Ubiquiti EdgeRouter Lite als Router und einen NETGEAR GS110TP Switch welcher als Medienkonverter fungierte am laufen. Aus der Zeit vor Fiber7 hatte ich bereits ein pfSense auf einem PC engines APU Board, welche leider nicht genügend Performance für 1 Gbit/s Troughput hat. Die pfSense ist weiterhin im Einsatz als DHCP/DNS und OpenVPN Server, da mir die Konfiguration dieser Dienste auf dem EdgeRouter Lite nicht ganz so gefallen. PfSense ist hier einfach schönen und lässt einem viel mehr Optionen zur Konfiguration offen.
Weiter hatte in einen WLAN AccessPoint (2.4 GHZ) ebenfalls von NETGEAR, der mit einem dd-wrt betrieben wurde.
Mein Plan war nun, mindestens den Router, Medienkonverter und WLAN AccessPoint zu kombinieren um a) etwas weniger Geräte herumstehen zu haben und b) auch etwas Strom zu sparen. Supplement wäre natürlich, auch die pfSense mit dem DNS/DHCP Server gleich zu ersetzten.

AVM hat kürzlich die neue Fritzbox 5490 herausgebracht, die ja unter anderem auch von Fiber7 beworben wird. Da ich bis jetzt noch keine Erfahrungen mit einer Fritzbox gesammelt habe, wollte ich diese mal ausprobieren und hab mir so eine via Digitec bestellt.

AVM FRITZBo _5490

Gerne teile ich ein paar Erfahrungen die ich mit der Box gemacht habe:

  • Eigener DNS Server betreiben wie das z.B. mit pfSense geht, ist mit der Fritzbox nicht möglich. Da lassen sich keine eigenen Zonen verwalten. Auf der pfSense läuft ein dnsmasque oder alternativ unbound. Deshalb habe ich mich auch entschieden, die bestehende pfSense laufen zu lassen.
  • DHCP Server auf der Fritzbox ist vorhanden, lässt sich aber auch nicht wirklich konfigurieren, habe mich deshalb auch hier entschieden, die pfSense Lösung zu behalten. Mit der Fritzbox kann zwar der DHCP Range gewählt werden, DNS Server gesetzt werden und auf statische Leases sind möglich. Mit der pfSense lässt sich aber noch viel mehr machen. Für den einfachen User reichen die Fritzbox Optionen aber.DHCP Config
  • DHCPv6 lässt sich auch beschränkt konfigurieren. Das Web-GUI der Fritzbox hat aber auch hier nur das wichtigste vorhanden.
  • Die gleichen Aussagen gelten meiner Meinung nach auch für den Ubiquiti EdgeRouter Lite, ich kann da einfach zu wenig Konfigurieren (zumindest übers Web-GUI)
  • Firewall Einstellungen sind ebenfalls möglich, das WebGUI der Fritzbox ist aber auch hier sehr einfach gehalten. Für die meisten User bestimmt ausreichend. Mir fehlt hier aber z.B. ein Logging.Firewall
  • VPN auf der Fritzbox. Hier wird wohl IPsec verwendet. Hab das nicht getestet, ich bleibe bei der OpenVPN Variante der pfSense
  • Die Fritzbox hat eine SC/PC Buchse für den Glaseingang. Leider hat meine bisherige Lösung über den NETGEAR Switch eine LC Buchse und somit war mein Glasfaser Kabel nicht kompatibel. Da ich kein anderes zur Auswahl hatte, habe ich mich entschieden, vorläufig halt den NETGEAR Switch zu behalten und diesen als Medienkonverter zu verwenden (WAN in ein seperates VLAN).
  • WLAN auf der Fritzbox läuft tadellos. Aber auch hier gilt, mit dd-wrt lässt sich viel mehr konfigurieren. Da die Fritzbox aber sowohl 2.4 GHZ WLAN wie auch 5 GHZ WLAN ermöglicht, habe ich mich hier vorläufig für die Fritzbox entschieden.
  • IPv4 und IPv6 Konfiguration hat auf anhin geklappt. Beides wird durch Fiber7 automatisch zugewiesen und ich hatte sofort Internet Connectivity.
  • Bei der Zugriffskontrolle auf die Fritzbox Web-Oberfläche wird die Option angeboten, per Password sich einzuloggen oder Username/Passwort zu haben. Nach dem ich einen User eingerichtet hatte, wollte ich dann auf Username/Passwort Login wechseln. Offenbar habe ich mich aber wohl beim Passwort eintragen vertippt (nein, es gar kein Passwort Bestätigungs Feld) und ich habe mich somit ausgesperrt. Da die Push-Services noch nicht eingerichtet waren, musste ich die Box auf Werkeinstellungen zurücksetzen und von vorne mit der Konfiguration beginnen.
  • Die Fritzbox hat natürlich noch einige Optionen zum Verwalten von Telefonen (VOIP/Dect), das nutze ich aber nicht und konnte es deshalb auch nicht testen

Alles in allen, funktioniert und ist für den normalen User bestimmt zu Empfehlen, da vielen Out-of-the-Box und ohne Probleme funktioniert. Für mich als Erfahrenen User, bietet die Fritzbox aber einfach zu wenig Möglichkeiten zum selbst konfigurieren. Ich werde die Fritzbox bestimmt noch eine Weile am laufen lassen, überlege mir aber, wieder auf das alte Setup zu wechseln. Alternativ (und das wäre immer noch meine bevorzugte Variante) überlege ich ich auf eine pfSense Box zu bauen, welche den Gbit Throughput hinbekommt und trotzdem nicht all zu viel Strom frisst.

Fiber7 und Speedtest

Seit kurzen darf ich endlich auch via Fiber7 ins Netz =) Anlässlich dieses Tweets:

habe ich mal kurz ein paar Speedtests auf meinen diversen Systemen gemacht. Alles geht via EdgeRouter Lite und einem Netgear GS110TP mit SFP Modul ins Netz.

Alle Messungen wurden ein paar Mal wiederholt, dabei erhalte ich ungefähr die gleichen Resultate. Vermutlich hängen die Resultate auch noch davon ab, wie stark der Speedtest Server sonst noch so belastet ist.

Hier mein Netzwerk Setup:

Fiber OTO <-> Netgear GS110TP mit SFP Modul <-> Edge Router Lite
SFP Port & WAN Port des Edge Router in separaten VLAN (getrennt von LAN Port und Verbindung zu anderen Switches, PC)
Am Netgear Switch hängt dann ein Netgear GS108E und daran ist sowohl mein Mac wie auch mein Ubuntu PC angeschlossen

Test 1: Ubuntu 14.04 LTS – Intel Core 2 Duo CPU @ 3.00 GHZ – Google Chrome Version 44.0.2403-130 mit Adblock Plus

Test 2: UBUNTU 14.04 LTS – INTEL CORE 2 DUO CPU @ 3.00 GHZ – Firefox Version 39.0

Firefox @ Ubuntu

Test Vergleich: UBUNTU 14.04 LTS – INTEL CORE 2 DUO CPU @ 3.00 GHZ – JDownloader – Ubuntu 14.04 Iso File

Test 3: OS X Yosemite 10.10.4 – Intel Core i7 @ 2.3 GHZ – Google Chrome Version 44.0.2403.130 mit adblock plus

Chrome @ Mac

Test 4: OS X Yosemite 10.10.4 – Intel Core i7 @ 2.3 GHZ – Safari 8.0.7

Safari @ Mac

Ein paar Anmerkungen dazu:

  • CPU Auslastung in Chrome war jeweils recht hoch. Ich vermute, dass das Flash Plugin von Speedtest zuviel CPU Load verursacht und deshalb die Resultate in Test 1 so schlecht sind.
  • NIC auf meinem Ubuntu Rechnen ist ein nVidia MCP55, vermutlich schon etwas älter, ich weiss nicht wie gut die Treiber da für Ubuntu sind.
  • Mac ist mit Ethernet <-> Thunderbolt Adapter an Switch angeschlossen.
  • Der Vergleichstest zeigt, dass meine Ubuntu Maschine durchaus auch schneller herunterladen kann. Da wird die Limite wohl durch den Server gegeben, der das ISO File bereitstellt. Ich bin da mit anderen Downloads auch schon auf mehr Speed gekommen.
  • Wenn ich Download aus Test 3 und Upload aus Test 4 kombiniere habe ich in etwa die gleichen Resultate wie Urs Müller und auch andere Fiber7 User =)

Interessant sind sicherlich die doch recht unterschiedlichen Resultate, was denkt Ihr was sonst noch Ursachen für diese Resultate sein könnten?

Verbindung zu meinem NAS (Raid 5, QNAP) mit SMB über Gbit habe ich übriges nur ca. 30 MB/s =)